In dieser Saison sprengt die Camerata Variabile alle Grenzen der Kommunikation und widmet sich der allgegenwärtigen babylonischen Verwirrung, die aus der Verwendung verschiedener Sprachen – und damit verschiedener Arten zu denken – entsteht.
Das Programm wagt sich sogar auf das Gebiet der Interspezies-Kommunikation
und wendet sich Steinen, Pflanzen, Tieren und Geistern zu.
Auf der Suche nach Antworten, lädt die Saison LOST IN TRANSLATION ihre Zuhörer:innen an fünf Abenden dazu ein, entweder zwischen den Zeilen zu lesen oder gleich alle Wortverliebtheit hinter sich zu lassen und die Kraft archaischerer Formen von Kommunikation zu erfahren. Sechs Komponist:innen helfen dem Ensemble bei seinen Übersetzungen.
Die neue Saison beginnt am 3.12.26 in Bern, am 4.12.26 in Zürich, am 5.12.26 in Basel/Muttenz und am 6.12.26 in Schaffhausen.
Die neue Saison bringt 30 Mitwirkende, 20 Konzerte, sechs Uraufführungen an 14 Spielorten!
WILLKOMMEN!
Helena Winkelman & der künstlerische Rat der Camerata Variabile
Im ersten Programm VERS L’OUVERT suchen wir nach den subtilen Zwischentönen, die manchmal beim Übersetzen verlorengehen und begeben uns dazu mit offenem Geist ins benachbarte Elsass. Unser Führer in diesem Übergangsgebiet zwischen zwei sehr unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen ist der Dichter Jean-Christophe Meyer.
In der direkten Gegenüberstellung zweier so verschiedener Sprachen finden wir den Kern des Ausspruchs der alten Dostojewski-Übersetzerin Swetlana Geier:
Am Ende ist jede Poesie bereits Übersetzung.
Im Titel des zweiten Programms, BETWIXT AND BETWEEN, finden wir eine leise Anspielung auf den Untertitel des Films «Lost in Translation»: Zwischen den Welten.
Mit Hilfe unseres Erzählers Franz Hohler schauen wir vorsichtig in die Welt der Geister und erfüllen damit eine alte Aufgabe der Musik im zeremoniellen Kontext: Eine Verbindung zu geistigen Räumen zu schaffen. Fast alle Komponist:innen dieses Abends haben eine spezielle Affinität zu diesem Thema und zeigen uns verschiedene musikalische Wege in diese Welt auf.
Im dritten Programm PFLANZENPALAVER führen uns Texte der Biologin, Chemikerin und Malerin Florianne Köchlin durch die Welt der Pflanzenkommunikation.
Im Zentrum steht ein neueres Werk des bekannten englischen Komponisten Thomas Ades, der ungarische Gedichte über Pflanzen zur Vorlage nahm. Das Werk ist einer Freundin von György Ligeti gewidmet: der Sängerin Katalin Karoly aus Budapest, die auch unser Gast in diesem Programm sein wird.
Das vierte Programm führt uns in die Mineralienwelt und bringt SINGENDE STEINE von Stone Alphabet in einen Dialog mit Schweizer Volksmusik und neuen Kompositionen von Mathias
Steinauer, Roland Moser und Fabian Müller. Alle haben auf unterschiedlichen Ebenen grosse Erfahrung in der Arbeit mit archaischen Weisen und Klängen, sei es nun alte Schweizer Volksmusik. Besonders freuen wir uns über die Zusage von Arnold Alder, dem Halbgott des Hackbretts und der neuen Volksmusik.
Das fünfte Programm FENSTER ZUM INNEN ist – wie der Titel ahnen lässt – ganz der Innenschau gewidmet und dem Dialog, den wir mit uns selbst führen.
Alle Werke bewegen sich auf einer Verbindungslinie zwischen unserer physischen Natur, wie wir sie mit dem Tier gemeinsam haben und unserer menschlichen Möglichkeit zur Transzendenz.
Angaben zu den Spieltorten Daten finden sie auf Kulturticket.ch
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Jede künstlerische Auseinandersetzung mit der uns umgebenden Welt ist idealerweise eine ehrliche Frage nach dem, was gerade JETZT der Fall ist: dem Status Quo.
Dem Ausdruck an sich wohnt ein Wissen um die allem innewohnende Veränderlichkeit inne. Das, was jetzt wichtig und wahr scheint, ist im nächsten Moment schon Vergangenheit: Vanitas – Vergeblichkeit überall. Die grössten Werke der Musikgeschichte legen Zeugnis davon ab, wie die Musik als flüchtigste aller Künste der Daseinsproblematik der Vergänglichkeit die sublimsten und berauschendsten Erfahrungen abgewinnen kann.
Und so soll sie uns helfen, ein besseres Verständnis zu gewinnen für unsere, sich immer zwischen Zukunft und Vergangenheit, Ursache und Wirkung, Sein und Zerfall entfaltende Welt.
Denn wie oft schafft die Kraft der Melodie einen Zusammenhang unter Vorkommnissen, die sonst der Erinnerung nur als eine Serie von Momentaufnahmen erscheinen würden. Und manchmal schenkt sie uns damit ein Innehalten und eine kleine Vorahnung der Ewigkeit.
Die Saison beginnt in Bern am 3.12, in Basel am 4.12., in Zürich am 6.12. und in Schaffhausen am 7.12.2025. Wir freuen uns auf ihren Besuch.
«Wie erfrischend ist es, ein Programm zu hören, das inhaltlich zusammenpasst und nicht nur auf die bekanntesten Komponisten abstellt. Das Konzert «Big Guns» der Camerata Variabile ist ein hervorragendes Beispiel einer geistvollen, gelungenen Auswahl, gleichsam einer Komposition von Kompositionen.»
Schaffhauser Nachrichten, 9.1.2023
«Klavier kann hämmern, rostfreier Stahl kann Lyrik, die lyrische Klarinette kann Staccato. Das Grenzen sprengende Ensemble Camerata variabile kann alles, alles stimmt. Auch in der allergrössten Dissonanz. Schlicht mitreissend.»
Schaffhauser Nachrichten, 14.2.2023
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